Samstag, 22. März 2014

Unsinnigkeiten

Jetzt muss ich das doch mal ansprechen: 

Ich finde es furchtbar, dass nachdem so viel über SoG abgelästert wird, sogar Mädels glauben, sich dafür entschuldigen zu müssen, dass das Buch ihnen gefallen und ihnen geholfen hat, zu ihren Sehnsüchten zu finden. 

Warum wird das so belächelt? 

ja, es hat viel typischen Weiber-Kitsch darin.
ja, es ist so typisch "reicher schöner Mann erobert ne junge unerfahrene sich selbst 08/15 einstufende Frau, Klischee Blabla.
Aber um ne breitere Masse anzusprechen, muss man eben so nen Weg gehen. (jetzt mal als Blog-Autorin gesprochen)

ja es ist etwas unglücklich übersetzt worden.

Aber, wenn man sich von all der Kritik nicht bremsen und beeinflussen lässt, kommt man auf folgendes: 
es erklärt so viel, wenn man hinter die Fassade schaut!

Dass man umeinander kämpfen sollte. 
Dass man einen zweiten Blick wagen sollte, auf Dinge, die einen erschrecken, und nicht gleich davonlaufen. (siehe Sandys Thema)
Dass Hingabe so tief gehn kann, dass man auf ein Handzeichen sogar einen Mordgedanken von jetzt auf gleich aufgeben, geradezu vergessen kann (ja, das kommt im Band 2, wenn ich mich recht erinnere, vor) 

Dass man aneinander wachsen kann, wenn man nur zuhört.

Dass man vertrauen sollte, auch wenn die Situation völlig gegen den anderen spricht.

Dass BDSM nicht krank ist, und die Leute eben nicht nur, weil sie krank sind, das ausleben, sondern es auch (Ana nämlich) auch einfach weils prickelnd ist und total geil sein kann, letztendlich geniessen kann. (Ende 3.Teil)

dass ein Safeword wichtig ist, nicht nur in einer Spielsituation und dass man deswegen nicht gleich angst haben muss, wenn man es benutzt ist alles aus. 

Dass Eifersucht respektiert werden muss, aber kein Freibrief ist. 

Dass ein Sklavenvertrag manchmal nicht ganz unsinnig ist, was steht da drin, wozu dient er, kann Sub da Einfluss drauf nehmen? 

usw. 

Das Schöne an den SoG-Büchern liegt, oh Wunder, im Detail. 

ganz ehrlich: ich hab schon schlechter geschriebene Bücher gelesen. 
die Geschichte der O zum Beispiel.. da musste ich ganze Passagen mehrfach lesen, weil's so abartig in Bezug auf Interpunktion war... brrr da sagt komischerweise niemand was drüber. 

Wie kommt das? 
Auf der einen Seite: Ein Buch, das reale Beziehungsproblematiken und reale Fakten über BDSM beinhaltet, spaltet die Nation so sehr, nur weils Klischees bedient.

Auf der anderen Seite ein völlig aus der Luft gegriffenes Buch, das die krasse Fantasie einer Autorin wiedergibt, zudem noch schlecht recherchiert ist, oder die Protagonistin O hat auch n gewaltiges Problem, nämlich krankhafte Hörigkeit, was aber keinem wirklich auffällt, und dessen Inhalte überhaupt genauso wie sie da stehen, vorher noch nie in der Art vorkamen, in der BDSM Szene, wird so oft als Vorbild für die Ausbildung zur perfekten Sklavin genutzt?? WTF?!? 

Und den Ring nehmen so viele als Massstab der Zugehörigkeit zu ihrem Dom?!? Ohne den zu bekommen sind viele unglücklich? Warum? Der Ring bedeutet: ich kann von jedem benutzt und bestraft werden. 
Das Halsband verkörpert die Zugehörigkeit zu einer Herrschaft. Oder lieg ich da falsch?!? 

Und die Spielsachen, wenn sie als SoG-Set gekauft werden, werden belächelt, wo sie doch aber bei fast jedem BSM-Paar in der Spielkiste gefunden würden? Ok, die Krawatte wahrscheinlich nicht...

WTF?!? 

Gedanken, die mir schon lange durch den Kopf gehn.

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