Dienstag, 23. Juli 2013

Von der Muse und ihren Tücken.

Vor einiger Zeit hatte mein Herr die Idee, ich könnte in SecondLife ein Projekt (Blossom) aufziehen, damit ich in der Zeit wo er keine Zeit für SL hat, an was arbeiten kann. Es sollte ein Informationszentrum für BDSM-Interessierte werden. Ich hatte damals schon Bedenken, dass ich das wirklich durchziehen kann, so gern ich ihn stolz auf mich sehe, aber mir kam es damals einfach schon so wie eine Beschäftigungstherapie vor, damit mir nicht langweilig wird. 

Ich hab mich dann aber erst mal doch ans Werk gemacht. Auch mit recht viel Elan und Eifer ein Gebäude hingestellt, angepasst, zum Teil möbliert, mir Gedanken gemacht, welchen Raum ich für was benutze,...
Und dann kam irgendwann der Moment, wo ich lieber Off blieb, als da weiter zu machen. Lieber Freunde und "Familie" besuchte, sogar lieber mein Inventar aufräumte und aussortierte, als dort weiter zu machen. Ich hasse es zwar, was einfach halbfertig liegen zu lassen. Zumal ich weiss, dass das kein besonders gutes Licht auf meine Arbeitsmoral wirft.
 Aber ich merke, dass mir dieses Projekt so ganz allein einfach keinen Spass macht. Und irgendwie macht das so ganz allein keinen Sinn. Und wenn mein Herr mal Zeit für SL hat, bin ich noch weniger mit dem Herzen bei Blossom,  weil mir die Zeit mit ihm zu kostbar ist, und ich merke, wie es mich einfach dann richtig zerreißt, nervt, regelrecht ankotzt, dann  diese kostbare Zeit damit zu verschwenden.

Jetzt könnte man fragen, was bist du denn für ne Sub? Dein Herr gibt dir ne Aufgabe und du schmeißt sie hin, weil du keinen Spaß und keinen Sinn darin siehst? 
Ja, der Gedanke ist, seit ich gemerkt habe, ich schiebe das Blossom vor mich her, tief in mir drin und ich habe vor nichts mehr Angst als vor zwei Dingen: ihn zu verlieren und ihn zu enttäuschen.
Scheinbar hab ich letzteres grade geschafft. 

Als ich wiederholt ihm gegenüber erwähnte, dass ich ohne ihn nur selten richtige Muse für SL habe und lieber gar nicht dort bin, wenn er keine zeit hat, fragte er, ob ich mir vielleicht dort ne Sub nehmen will. Meine erste innerliche Reaktion war Zorn.'Nein verdammt, ich will keinen Ersatz, damit es mir nicht langweilig wird, wenn du keine Zeit hast 'hätte ich beinahe herausgeplatzt. 
Abgesehn davon kenne ich mich. Eine Sub hätte IMMER das nachsehen. Sobald Spawn da ist, gibts für mich nichts anderes mehr. Sie hätte damit zu leben, dass sie nicht geliebt wird von mir,  weil er diesen Teil meines Herzens ausfüllt. Sie würde nicht begehrt werden, weil er meine ganze Begierde verkörpert. Sie würde sich lästig fühlen, wenn er auftaucht, weil es für mich dann nichts wichtigeres mehr gibt, als ihn, oder wenn er nicht da ist, mir so sehr fehlt, dass ich manchmal richtig leide. Sie wäre nur ein billiger Ersatz, und ich könnte es nicht verbergen, dass mir seine Anwesenheit lieber wäre und sie dafür hassen, wenn er auf die Idee käme, ihr mal den Vortritt zu lassen. 

Und genauso verhalte ich mich Blossom gegenüber. 

Und ich glaube tatsächlich, dass ich ihn enttäuscht habe. Als ich ihm das sagte, dass ich hoffe, ich habe ihn nicht enttäuscht damit, antwortete er nur, wir würden darüber reden, wenn er mehr zeit hat. Gut ich weiß, er hat grad wirklich verdammt viel zu tun. Vielleicht ist es auch nur mein schlechtes Gewissen, dass ich weiß, ich hätte mehr tun können, ich könnte es dennoch durchziehen. Aber wäre es ehrlich, etwas zu tun, was einem das Gefühl einer Beschäftigungstherapie gibt? In SL? Das geht irgendwie an meinen Stolz, weiß nicht, wie ich das sonst beschreiben soll.
 
In SL gibt es so viele Dinge, die man unternehmen kann. Gemeinsam, perverses, romantisches, schönes, lustiges, usw.  

Gemeinsam. Wir haben so viele Ideen besprochen oder noch im Hinterstübchen. Die RL nicht gehn, oder es ein riesen Aufwand wäre. Oder illegal *hust* Bei letzterem wäre es einfach interessant, wie er es durchziehen würde, denn das würde ich RL wirklich nie tun. (Fragt nicht, ich werde es nicht beantworten :D)

Aber krampfhaft was in einer virtuellen Welt aufbauen, weil man seinen Herrn nicht enttäuschen möchte, auch wenn er es total verdient hat, dass man sich ins Zeug legt, ....wenn man eigentlich aber doch sich vermehrt ums RL kümmern soll, und will, ...naja...wäre das nicht kontraproduktiv? 
 
 




Kommentare:

  1. Ja, das wäre kontraproduktiv. So lange man sich dann wirklich vermehrt ums RL kümmert und sich dort engagiert.

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  2. Offtopic:

    Musste mich ganz schnell verdünnisieren und blogge jetzt hier weiter:

    http://lillyafterdecision.blogspot.de/

    Gruß
    Lilly

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